Probiotika: was sie sind und wie man sie auswählt

Probiotika und Präbiotika: Definition, Auswahl und Einnahme, auch während einer Antibiotikatherapie.

Wissenschaftliche Quellen zitiertAngaben gemäß EU-RechtDosierung und Anwendung erklärt
Probiotika: was sie sind und wie man sie auswählt
Geprüft von Diletta Vaselli, Regulatory ManagerAktualisiert: November 2026Lesezeit: 3 Min.

Als Probiotika bezeichnet man lebende Mikroorganismen, vor allem Milchsäurebakterien und Bifidobakterien, die in fermentierten Lebensmitteln und in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen. Hier erfährst du, was sie sind, was man über sie weiß, wie du ein Etikett liest und wie du sie einnimmst – auch während einer Antibiotikatherapie.

Auf einen Blick

  • Probiotika sind lebende Mikroorganismen wie Laktobazillen, Bifidobakterien und die Hefe S. boulardii.
  • Präbiotika (z. B. Inulin) sind Ballaststoffe, die den Darmbakterien als Nahrung dienen.
  • Für Probiotika gibt es in der EU derzeit keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben.
  • Bei Antibiotika im Abstand von mindestens 2 Stunden einnehmen.

Was sind Probiotika?

Unser Darm beherbergt Milliarden von Mikroorganismen, die sogenannte Darmflora oder das Mikrobiom. Ernährung, Stress, Reisen und Antibiotika können ihre Zusammensetzung verändern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die FAO definieren Probiotika als lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge aufgenommen werden.

Am häufigsten verwendet werden Laktobazillen (Lactobacillus), Bifidobakterien (Bifidobacterium) und eine Hefe, Saccharomyces boulardii.

Wichtig: Für Probiotika gibt es in der EU derzeit keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Die Forschung zu einzelnen Bakterienstämmen ist umfangreich, die Ergebnisse hängen aber stark vom jeweiligen Stamm ab.

Probiotika und Präbiotika: der Unterschied

  • Probiotika: die lebenden Mikroorganismen.
  • Präbiotika: unverdauliche Ballaststoffe wie Inulin und FOS, die den Darmbakterien als Nahrung dienen.
  • Synbiotika: Produkte, die beides kombinieren.

Wann werden sie genutzt?

  • Während und nach einer Antibiotikatherapie, die die Darmflora verändert.
  • Bei Ernährungsumstellungen, auf Reisen oder in stressigen Phasen.
  • Wenn die Ernährung arm an Ballaststoffen und fermentierten Lebensmitteln ist.

Bei anhaltenden Darmbeschwerden (Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung über längere Zeit, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust) geh zur Ärztin oder zum Arzt: Ein Präparat ersetzt keine Diagnose.

Woran erkennt man ein gutes Präparat?

  • Stämme: Ein gutes Produkt nennt Gattung, Art und möglichst den genauen Stamm.
  • KBE (koloniebildende Einheiten): die Menge lebender Keime pro Tagesdosis.
  • Magenschutz: Magensaftresistente Kapseln helfen den Bakterien, den Magen zu passieren.
  • Lagerung: Hinweise auf dem Etikett beachten (kühl und trocken).

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Wie und wann einnehmen?

  • 1 Kapsel pro Tag (bis zu 2, laut Etikett), am besten auf nüchternen Magen oder zwischen den Mahlzeiten.
  • Mit Antibiotika: das Präparat mindestens 2 Stunden nach dem Antibiotikum einnehmen und einige Tage nach Therapieende fortsetzen.
  • Eine typische Anwendung dauert 2–4 Wochen und kann wiederholt werden.

Fermentierte Lebensmittel und Ballaststoffe

Joghurt, Kefir, Sauerkraut und andere fermentierte Lebensmittel enthalten lebende Bakterien; Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn liefern die Ballaststoffe, die das Mikrobiom ernähren.

Hinweise

  • Wer ein geschwächtes Immunsystem oder einen Venenkatheter hat oder im Krankenhaus liegt, sollte vor der Einnahme – besonders von Hefen – ärztlichen Rat einholen.
  • In den ersten Tagen können leichte Blähungen auftreten, meist vorübergehend.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern ärztlich beraten lassen.

Häufige Fragen

Wann merkt man etwas?

Das ist individuell verschieden; meist bewertet man es nach 1–2 Wochen regelmäßiger Einnahme.

Reicht Joghurt?

Joghurt ist ein gutes Lebensmittel, enthält aber weniger Stämme und schwankende Mengen lebender Bakterien als ein Präparat.

Kann man sie täglich nehmen?

Ja, in den Mengen laut Etikett, auch über längere Zeit.

Müssen sie in den Kühlschrank?

Nicht immer: Halte dich an die Angaben auf der Packung.

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Quellen

  1. FAO/WHO – Guidelines for the Evaluation of Probiotics in Food (2002)
  2. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 – nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben
  3. Etiketten und Produktseiten von Vitastrong (vitastrong.de)

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Geprüft von Diletta Vaselli

Regulatory Manager bei Vitastrong. Die Ratgeber im Blog werden vom Vitastrong-Team geschrieben und geprüft, damit Wirkungen und Dosierungen den von der Europäischen Union zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben (Verordnung (EU) Nr. 432/2012) und den Produktetiketten entsprechen.

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